Weirouge

So oft Fachleute den Verbrauchern auch ans Herz legen, sich mit mehr gesundem Obst und Gemüse zu ernähren - der Rat wird dennoch oft in den Wind geschlagen. Jetzt soll ganz etwas Neues mehr Appetit auf Gesundes machen: eine Apfelsorte, die auch innen rot ist, der Weirouge.

Rein äußerlich unterscheidet er sich nicht von Gala oder von Red Delicious zum Beispiel. Seine Größe. Seine Wuchsform. Seine Schale. Nichts davon ist ungewöhnlich. „Von außen sieht dieser Apfel normal aus,“ sagt auch die tschechische Biochemikerin Eva Sadilova, „aber wenn man ihn aufschneidet, dann sieht man, dass sein Fleisch rot ist, karminrot.“

Ein Apfel, der nicht nur außen farblich glänzt, sondern auch innen. Bei dem nicht nur die Schale Anthocyane enthält – also typische rot-violette Pflanzenfarbstoffe – sondern auch das Fruchtfleisch. „Der Anthocyan-Gehalt ist zehnmal höher ist als beim normalen Apfel,“ und daraus schließt die Biochemikerin, „dass dieses Obst sehr gesund ist. Oder gesünder ist als normale Äpfel.“ Anthocyane haben ein hohes antioxidatives Potential, wie man sagt. Das heißt, sie helfen Körperzellen, Stress besser zu verkraften und haben insofern eine entgiftende Wirkung

Die Sorte Weirouge gibt es schon etwas länger, nur richtig vermarktet wurde sie bisher nicht. Rouge bedeutet rot, und das Wei steht für Weihenstephan. Dort unterhält die Technische Universität München ein Institut für Obstbau und von dort stammt auch Weirouge. Die Sorte ist ein reines Zufallsprodukt. Alles begann mit einem Sämling, der aus der Kreuzung zweier Elternsorten entstand.

Unser Ziel ist es, mit einer neuen Studie auf diesen Apfel aufmerksam zu machen, auf sein Inhaltsstoffspektrum.“ Es gibt wohl mehrere Anbauorte auch in Deutschland, die versuchen, diesen Apfel an den Mann oder auch die Frau zu bringen. Aber der wirklich durchschlagende Erfolg ist bisher wohl noch nicht gelungen. Stintzing, Studienbeteiligter, hält das für bedauerlich: „Es gibt viele Leute, die keine Schale essen. Und wenn Sie die Schale abtrennen vom Apfel, haben Sie keine Anthocyane mehr.“

Doch Weirouge enthält nicht nur viele Anthocyane, sondern auch reichlich Äpfelsäure. Und das trifft den Verbrauchergeschmack dann doch nicht so richtig: „Ja, im Grunde ist der Apfel doppelt so sauer, kann man sagen, als ein normaler Apfel. Er geht geschmacklich in Richtung Boskop.“ Die Hohenheimer Forscher haben sich deshalb Gedanken über andere Verwertungsmöglichkeiten gemacht. Zum Beispiel regen sie an, die exotischen Äpfel Fruchtsäften zuzusetzen.

Schließlich könnte man auch etwas aus den karminroten Anthocyanen der Äpfel machen. Und zwar Farbe für andere Lebensmittel. Das, sagt Stintzing, sei ein ständig wachsender Markt. Das ist sicher nicht das letzte Mal, dass wir was vom Weirouge hören werden.

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