Alles was ihr über Südtiroler Rosé wissen müsst

 

Gestatten, Rosé der Name

Was haben Coco Chanel, Inspektor Jacques Clouseau und Edith Piaf außer ihrer französischen Herkunft gemein? Ein kleiner Tipp: Was für die erste ihr Markenzeichen ist, ist für den zweiten ein riesen Diamant und für die letzte das Leben überhaupt. Na, schon dahintergekommen? Sie alle bekennen Farbe, und zwar Rosa!

Doch nicht nur französische Kultfiguren – real oder fiktiv, ganz egal – begeistern sich für die zierliche Farbe, auch die Weinwelt strahlt schon lange in stolzem Pink. Als sozusagen drittes Geschlecht der Weinfarben tun sich mit dem Rosé sowohl eine Vielzahl an spannender Möglichkeiten auf, zugleich ist der pinke Tropfen Gegenstand zahlloser Ausnahmen und nicht enden wollender Meinungsunterschiede. Um den spannungsgeladenen Rosé besser zu verstehen, wollen wir ihn in 4 Fragen überhaupt erst mal kennenlernen. 

Wie wird ein Rosé zum Rosé?

Grob vereinfacht lässt sich die Gewinnung von Rosé als Weißweinbereitung mit blauen Trauben zusammenfassen, doch selbstredend geht das Ganze schon etwas tiefer. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptherstellungsverfahren ausmachen: Bei dem einen werden die Trauben wie bei der Rotweinbereitung zu Most verarbeitet, den der Winzer aber bereits nach wenigen Stunden des Kontakts mit den Beeren wieder abpresst, sodass nur ein Teil der Farbstoffe  der Maische in den Most übergehen. Bei der anderen Art der Vinifikation wird nach dem Maischekontakt nur ein Teil des Mostes wieder abgezogen, während der Großteil wie gewohnt zu Rotwein weiterverarbeitet wird. Diese zweite Methode nennt sich in Französisch Saignée-Methode, zu Deutsch: Saftabzug oder buchstäblich „Aderlass“. Natürlich gibt es hinsichtlich der Verwendung der verschiedenen Traubenarten und Herstellungsverfahren von Land zu Land und oft von Region zu Region Unterschiede, die geläufigsten Arten der Roségewinnung sind hiermit dennoch bedient.

Wie rosé ist Rosé?

Wer noch nie einen Roséwein im Glas hatte, erwartet sich vielleicht ein rosafunkelndes Farbenspiel, das an Prinzessinnengeburtstag oder Gartenflamingos erinnert. Wer damit bereits vertraut ist, weiß dass die Farbpallete des Rosé überraschend breit sein kann: Von Lachsrosa über Grapefruitfarben oder Erdbeerpink bis hin zur grenzwertigen Färbung der Süßkirsche, im Rosé steckt ein ganzer Regenbogen an Rosatönen! Doch von der lieblichen Farbgebung sollte man sich nicht beirren lassen, schließlich trugen auch einige der einflussreichsten Frauen der Welt Rosa als Markenzeichen: von der legendären First Lady Jackie Kennedy über die unvergessliche Prinzessin Diana bis hin zur Jahrhundertjournalistin Barbara Waters, deren Gespräch mit Monika Lewinsky anlässlich des Clinton-Skandals im Weißen Haus das meistgesehene Interview aller Zeiten ist. Sie alle waren bekannt dafür, den zeitlosen Tailleur von Chanel im ikonischen Erdbeerrosa zu tragen. Hinter zarter Farbe steckt oft großes Kaliber!

Nur Grill- und Sommerwein oder geht da noch mehr?

Die Kaliberfrage hängt ganz klar mit der Anlassfrage zusammen. Allgemein gilt Roséwein als ein durchaus geselliger und umgänglicher Tropfen, perfekt für Grillpartys, den Aperitif oder als klassisches Gastgeschenk im Sommer, wenn man nicht weiß, was der Gastgeber auf den Tisch bringt. Auch wer selbst lieber auf komplexere Geschmacksprofile zurückgreift, wird eingestehen, dass  die Vielseitigkeit eines leichtfüßigen, charmanten Rosé, wie es die Cuvée „T“ der Kellerei Tramin einer ist, erfrischende Unbeschwertheit verspricht. Dass Rosé aber eben auch anders kann, das bedarf nach einem Glas des „La Rose de Manincor“ vom biodynamischen Weingut Manincor höchstens nur einer vergewissernden Genussprobe. Mit frischen roten Beeren an der Nase, saftig cremiger Struktur am Gaumen und einer gewinnenden Mineralität im Abgang gestaltet sich die Cuvée so facettenreich und hochkarätig, dass selbst Inspektor Clouseau sie kaum von dem vermissten Diamanten unterscheiden könnte.

Wie, wann und wozu trinkt man Rosé?

Gemäß des ungezwungenen Grundwesens des Rosé ließe sich hierauf ganz plakativ antworten: Egal, Hauptsache es macht Spaß! Wenn man dann aber einen fruchtig süßen Rosé bei Zimmertemperatur zu Butterkartoffeln trinkt, wird man sich wünschen, es mit der Nonchalance nicht ganz so weit getrieben zu haben. Grundsätzlich wird Rosé in den allermeisten Fällen gut gekühlt, bei rund 10-12° C serviert, damit auch der letzte Schluck noch richtig frisch schmeckt. Wie kaum ein anderer Wein brilliert der rosa Tropfen tatsächlich im Sommer, insbesondere bei der Grillparty, da er zu würzigem Grillgemüse mindestens genauso gut passt wie etwa zu Schwein- oder sogar Lammspießchen. Wer einen Rosé zu einem bestimmten Gericht servieren möchte, der setzt etwa auf knusprig gebratenes Lachfilet und dazu Spinat, Feta und etwas mit Minze verfeinerter Quinoa. Kommen die Gäste hingegen doch etwas spontan, macht ein frischer Rosé auch zu einer Wurst- und Käseplatte guten Eindruck, besonders wenn pikante Chorizo und Weichkäse mit von der Partie sind. Das sind natürlich nur einige Vorschläge und gewiss keine Vorschriften. Edith Piaf, einer der größten Autoritäten, wenn es um alles Rosafarbene geht, meinte einst: „Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spaß macht, so zu leben.“ In diesem Sinne gilt für den Rosé: Probieren, entdecken, genießen, ohne dabei groß Gedanken an richtig oder falsch zu verschwenden – das Leben kann mit etwas Rosa doch so schön sein!

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