Bleibt Südtirol 2019 ohne Lagrein?

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Von: Pur Südtirol

Lagrein oder nicht Lagrein

Das ist heuer die Frage! Im Frühjahr schien noch alles optimal zu verlaufen, die Wetterbedingungen waren günstig, die Niederschlagsprognosen für den Sommer verkraftbar und die Ertragsprospektiven überwiegend positiv. Alles schien auf ein gutes, vielleicht sogar sehr gutes Jahr für den Südtiroler Autochthonen hinzudeuten. Doch dann kam alles anders. Bevor wir jedoch von jenem schicksalhaften Abend sprechen, wollen wir zwei Worte zum Sujet dieses Trauerartikels verlieren.

Der Lagrein ist ein feiner Geselle, er mag mitteltiefe, warme Lagen, fühlt sich daher in der Bozner Talsohle besonders wohl und genießt dort die heiße Sonne tagsüber und erfreut sich über eine willkommene Abkühlung während der Nacht. Wird er von Ungeziefer, Pilzbefall und anderen Widrigkeiten behütet, dankt er es einem im kommenden Jahr mit seinem granatroten Glanz, dem Duft von Veilchen und Kaffe oder Schokolade und einem einladen geschmeidigen und doch fesselnd griffigen Geschmack – ganz einfach ein rundum toller Kerl. Deswegen hat er sich seit seiner Renaissance in den ‘70er Jahren zum zweitgrößten Rotwein unseres Landes gemustert. Den ersten Platz überlässt er ganz unbeschwert seinem etwas schlankeren, geradlinigeren Farbverwandten dem Vernatsch. Doch auch sein ausgesprochen angenehmes Wesen, konnte ihn nicht vor den tragischen Ereignissen Anfang August schützen.

Donner, Blitz und Hagelschlag

Die Gründe für die erschütternden Aussichten auf die diesjährige Lagreinernte lesen sich wie ein fiktiver Kriminalbericht aus der Feder eines offenkundig materiefremden Autors: 

  • Datum: 6. August 2019.
  • Tatort: Bozen und Umgebung
  • Opfer: Rund 100 Hektar Anbaufläche mit bis zu 100 % Ernteausfall
  • Täter: Golfballgroße Hagelkörner, Flutregen, Sturmböen

Tatsache bleibt: Dieses Sommergewitter hatte wenig Romantisches an sich. Zwischen Terlan und Bozen, also im Herzen des Lagreingebietes, wütete der Sturm am schlimmsten – die Schadensschätzungen belaufen sich auf den oberen sechsstelligen Bereich. Michl Bradlwarter, Obmann der Kellerei Bozen und Präsident der 224-köpfigen Genossenschaft, erinnert sich an ein vergleichbar verheerendes Unwetter im Jahre 2008. Auch damals war die gesamte Jahresernte in Sekundenschnelle verwüstet und der Jahrgang galt als gescheitert. 
Es ist noch abzuwarten, ob die diesjährigen Bemühungen der Winzer, die beschädigten Trauben durch Kupferanwendungen vor der gefürchteten Fliege zu schützen, wortwörtlich Früchte tragen werden. Feststeht, dass am 10. Oktober, dem ursprünglichen Termin des Erntebeginns, wohl wenige Bauern in die Weinberge ziehen werden.

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