Südtiroler Bauern-Sauerkraut - Portrait einer Vinschger Familie

Dass Sauerkraut gesund ist, muss man heutzutage wohl kaum noch erwähnen, in einer Zeit, wo tagtäglich Nachrichten und Informationen über den Vitamingehalt der verschiedensten Nahrungsmittel erscheinen. Auch wenn das Sauerkraut vor allem in der kühlen Jahreszeit bevorzugt gegessen wird, möchten wir ihnen trotz der strahlend warmen Frühlingstage eine Familie vorstellen, die mit viel Fleiß und Tradition Sauerkraut herstellt. Die Familie Lechner aus Laas ist der einzige Sauerkrauthersteller in ganz Südtirol. Das dafür benötigte Kraut stammt aus der Umgebung von Laas. Die Qualität ist hervorragend, aufgrund der kalkhaltigen Böden und der kühlen Nachttemperaturen. So wird der Kobis nicht zu hart und nicht zu luftig, damit feine Krautstreifen gehobelt werden können. Aber lassen sie uns einen Sprung zurück in die Vergangenheit machen:

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Vinschger Talsohle entwässert und bot somit gute Bedingungen für den Anbau von Gemüse. Die Gegend um Laas nennt man Laaser Möser und diese kristalliesierten sich als besonders geeignet dafür heraus aufgrund der oben genannten Gründe.
Richard Lechner begann in dieser Zeit mit dem Krautanbau und um es bekannt zu machen und zu verkaufen “pilgerte” er bis nach Meran und Bozen mit 25 kg Sauerkraut im Holzfass auf dem Rücken,von Gasthaus zu Gasthaus. Ein sehr beschwerlicher Weg, der den Grundstein legte für den Erfolg der Firma. Heute ist Herbert und Evelyn mit Söhnen Kevin und Dennis mit Freundinnen und Nachwuchs mit Leib und Seele in der Sauerkrautherstellung tätig. Nach der Ernte, die von Mitte August bis Mitte November dauert, werden die Krautköpfe fein gehobelt und kommen in eines von den 30 Silos. Hier wird das Kraut noch mit den Füssen eines Mitarbeiters gestampft, damit die Milchsäuregärung in Gang kommt und Hohlräume zwischen den Krautschichten verhindert werden, wodurch sonst das Kraut durch Fäulnis und Schimmel ungeniessbar werden würde. Danach wird das Kraut luftdicht abgedeckt und unter Druck gesetzt. Die Reifezeit ist je nach Erntemonat unterschiedlich von 12-14 Tagen im August bis 6 Wochen und mehr im Oktober. Danach wird es in Gläser und Kübel abgefüllt und an Metzgereien und Geschäfte geliefert. In der Törggelezeit hat das Sauerkraut sicherlich seinen Höhepunkt im Jahr.

Jährlich im Herbst finden dann auch die Krautwochen in Laas statt.

Im Angebot stehen ganz neu die 400g Gläser, die bekannten 700g Gläser und brandneu das Kraut mit Südtiroler Markenspeck. Weiteres gibt es das Kobis-Rübenkraut und das Rübenkraut ( Saure Rüben sind Herbstrüben,die ähnlich wie Sauerkraut und saure Bohnen durch Milchsäuregärung konserviert werden. Zudem gibt es auch das Blaukraut bzw. den Rotkohl im Angebot.

Hier noch einige Tipps zur Zubereitung:

  • Weißkohl in dünne Streifen geschnitten und als Salat mit Essig und Öl zubereitet, schmeckt gut und ist sehr bekömmlich.
  • Mit Kümmel bringen Sie den Kohlgeschmack noch besser zur Geltung.
  • Sauerkraut können Sie mit Wacholderbeeren und etwas gerösteten Zwiebeln noch schmackhafter machen.
  • Sauerkraut ist reich an Vitaminen und arm an Kalorien.

Sauerkraut, Kobis-Rübenkraut und Rübenkraut passen hervorragend zu Knödel, Schlachtplatte, Geselchtes oder probieren sie mal Spätzle mit Sauerkraut drunter und geschmolzener Butter und Parmesan drüber. Schmeckt super! Rübenkraut wird gern im Pustertaler Raum zu Pressknödeln gereicht und schmeckt sehr intensiv säurerlich. Man kann es allerdings abrunden, indem man einen Apfel beimischt. Blaukraut passt sehr gut zur Wildküche oder auch als vegetarisches Gericht z.B. als Blaukrautstrudel. Auch hier wird gerne ein Apfel dazugegeben, damit der Geschmack leicht ins Süssliche geht. Wir hoffen wir konnten ihnen einen kleinen Einblick in die “Südtiroler Sauerkrautwelt” geben.