Vinschger Marillen: Das Gold wächst auf den Bäumen

Regional, saisonal, phänomenal

Gold wächst nicht auf Bäumen? Zwischen Juli und August könnte man meinen, dass das Vinschgau den Gegenbeweis dazu stellt! Die Marillen aus dem westlichsten Tal Südtirols sind weit über die Landesgrenzen hinaus bei Freunden des Fruchtgenusses, Marmeladenmeistern und Gastro-Koryphäen bekannt und beliebt!

Kennzeichnend für die fruchtigen Goldtaler ist ihre kräftig orangegelbe bis bernsteinfarbene, samtweiche und zarte Haut. Darunter versteckt sich das delikate Fruchtfleisch, das als besonders fruchtig süß und hocharomatisch gilt. Zugleich besticht die original Vinschger Marille mit ihrer kennzeichnenden Säure, die ausgezeichnet als Kontrapunkt zur  Süße wirkt und für eine einzigartige Geschmacksharmonie sorgt.

Doch ist die armenische Pflaume– so die wörtliche Übersetzung der wissenschaftlichen Bezeichnung prunus armeniaca – nicht nur schön anzusehen und köstlich im Geschmack, die Marille hat auch großartige gesundheitliche Eigenschaften. So ist sie etwa ausgesprochen reich an Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, das förderlich für das Augenlicht sowie für gesunde Haut ist und entzündungshemmende Wirkungen besitzt.

Steckbrief Vinschger Marille

  • Name: Aprikose, Marille im süddeutschen Sprachraum
  • Botanischer Name: Prunus armeniaca
  • Farbe: Goldgelb über Orangerot bis Bernsteinfarben
  • Geschmack: Hocharomatisch, intensive Süße, harmonische Säure
  • Anbaufläche: 120 Hektar
  • Jahresernte: 350-400 Tonnen

Zutaten für den Genuss

Damit sich eine Frucht den Titel der Königin unter Ihresgleichen verdient, muss sie auch königlich aufgezogen werden. Für die Vinschger Marille bedeutet das konkret: Klima, Lage, Anbau.

Das Vinschgau ist weithin für seine milden Temperaturen und ganz besonders für das stetige Windvorkommen bekannt. Diese Bedingungen sorgen insbesondere in den relativ hochgelegenen Obstgärten auf 700 bis 1.200 Metern über dem Meeresspiegel für ein niederschlagarmes, gut belüftetes Mikroklima. Paart man diese einzigartige Lage mit über 300 Sonnentagen pro Jahr, so entsteht ein faszinierendes Temperaturspiel zwischen den warmen, trockenen Tagen und den kühlen Nächten. Diese Schwankungen verleihen den Marillen ihre Farbenpracht und die kennzeichnende Säure.

Die Vinschger Marille ist eine ausgesprochen delikate Frucht und will auch dementsprechend behandelt werden. Die gesamte Marillenernte aus dem Vinschgau wird auch heute noch rein händisch durchgeführt. Im Sinne der Achtsamkeit – und natürlich der Frische werden auch die Transportwege möglichst kurz gehalten. Dabei gilt besondere Vorsicht im Umgang mit der empfindlichen Fruchtschale, denn die Marille ist ohne hin nicht für längere Lagerzeiten gedacht. Man sollte sie also idealerweise so frisch wie möglich genießen – so schmeckt sie nämlich auch am besten!

Foto: https://www.vip.coop/de/rezepte-gefl%C3%BCster/vinschger-marillen/112-0.html